Einige Bemerkungen zu Thomas Fornfeist . . .
Als ich Thomas Fornfeists Bekanntschaft machte, wusste ich gar nicht, dass er Grafiker war und mit plastischen Collagen arbeitete. In diesem zurückhaltend lächelnden, schüchternen jungen Mann sah ich zuerst eigentlich nur einen jungen Deutschen, dem es darum ging, zuzuhören und zu verstehen. Der aber auch sichtbar offen für den Anderen war und, unter einem eher naiv anmutenden Anschein, äußerst aufmerksam für alles um ihn herum, d.h. für die lebenden Wesen und für die Dinge.
Erst einige Zeit später entdeckten wir, dass er unablässig am Zeichnen war, so als hätte er einem unstillbaren Bedürfnis nachzukommen, nicht etwa Besitz zu ergreifen von diesen Lebewesen und Dingen, sondern um sie besser zu begreifen.
Und so kam es, dass ich ihm eines Tages die folgenden Zeilen schrieb:
«Wir bewahren sorgsam die Zeichnungen von Thomas auf, denn eine so frische Art des künstlerischen Ausdrucks wird sich durchsetzen müssen; es ist nicht jedem gegeben, ganz einfach so eine Darstellung der erlebten Welt zu geben, die eben nicht durch das Vorkehren einer unübertreffbaren Technik führt. Im Gegenteil lässt uns Thumi in dem Glauben, dass das, was er macht, einfach ist, eigentlich für jeden erreichbar; er versucht nicht, uns zu blenden, uns zu imponieren, sondern er sagt uns, fast naiv: „da ist mir was Witziges durch den Kopf gegangen“… so wie eine diskrete vertrauliche Mitteilung, deren Bedeutung aber tiefer ist, als die vermeintliche Einfachheit der Zeichnung vermuten lässt. Möge er so bleiben, wie er ist, und uns weiterhin mit seinen bissigen Visionen der Welt auffrischen und wachrütteln. Er sollte so bald wie möglich eine Ausstellung machen, oder zumindest einen Katalog! Dies liegt im Bereich des Möglichen, denn im Mittelpunkt aller seiner Werke findet sich durchgehend eine Person … sein Doppelgänger?»
Fernand Pau
Übersetzung aus dem Französischen von Ernst Gerhards
A PROPROS DE Thomas Fornfeist
J’ai découvert Thomas Fornfeist sans savoir qu’il était graphiste et plasticien…Dans ce grand garçon timide, effacé et souriant, je n’ai vu d’abord qu’un jeune allemand soucieux d’écouter et de comprendre. Visiblement, aussi, ouvert à l’autre et , sous des dehors naïfs, extrêmement attentif au monde c‘est-à-dire aux êtres et aux choses.
Il a fallu un certain temps pour découvrir qu’il dessinait, constamment, comme pour répondre à un besoin incoercible non point de posséder, de s’approprier ces êtres et ces choses mais de les mieux connaître. C’est ainsi que j’ai été conduit à lui adresser un jour, les quelques lignes qui suivent :
« Nous conservons précieusement les dessins de Thomas car une telle fraîcheur de l’expression finira bien par s’imposer; il n’est pas donné à tout le monde de livrer ainsi, simplement, des représentations de l’univers vécu qui ne passent point par l’affichage d’une technique indépassable. Au contraire, Thumi nous laisse croire que c’est facile, à la portée de tous; il n’essaie pas de nous éblouir, de nous « épater » mais il nous dit, en toute ingénuité: « voilà un truc marrant qui m’est passé par la tête »…comme une confidence discrète mais plus lourde de sens que la simplicité apparente du dessin ne le laisse penser. Qu’il demeure ce qu’il est et continue de nous rafraîchir de ses visions incisives du monde et de nous interpeller. Vite, une expo ou, au moins, un album ! C’est à portée de main puisque, au centre de toute ses productions apparaît un personnage constant…son double ? »
Fernand Pau
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